Geburtskarten zieht man nicht, man rechnet sie aus. Monat, Tag und Jahr deiner Geburt werden addiert, die Summe wird so lange auf ihre Quersumme gebracht, bis sie eine der 22 Karten der großen Arkana benennt – das ist deine Persönlichkeitskarte. Rechnest du noch einen Schritt weiter, bis nur eine Ziffer übrig bleibt, hast du deine Seelenkarte. Weil dasselbe Datum immer dasselbe Paar ergibt, behalten viele ihre Geburtskarten als festen Bezugspunkt, während die Karten des Alltags wechseln.
Gib oben dein Geburtsdatum ein. Gerechnet wird nur in deinem Browser: Das Datum wird nicht übertragen und nirgends gespeichert. Weiter unten findest du, wofür die beiden Karten stehen, wie die Rechnung genau funktioniert, alle 22 möglichen Geburtszahlen und einige Anregungen, wie du mit deinen Karten im Tagebuch arbeiten kannst.
Was Tarot-Geburtskarten sind
Geburtskarten verbinden die großen Arkana mit der Zahlenlehre. Die 22 Trümpfe tragen die Nummern 0 bis 21, und jede Nummer wird hier zur Tür: Das Geburtsdatum ergibt eine Zahl, die Zahl führt zu einer Karte. Weil nur die Trümpfe so durchnummeriert sind, ist eine Geburtskarte immer eine Karte der großen Arkana, nie eine Zahlenkarte und nie eine Hofkarte.
Das Verfahren geht auf Angeles Arrien zurück, die es schon 1977 in San Francisco mit dem Thoth-Tarot unterrichtete. Mary K. Greer, die bei ihr gelernt hatte, veröffentlichte es mit ihrer Zustimmung 1984 in „Tarot for Your Self“, baute es in „Tarot Constellations“ (1987) aus und überarbeitete es später als „Who Are You in the Tarot?“ (2011). Angeles Arrien beschreibt in „The Tarot Handbook“ (1987), das mit dem Thoth-Tarot arbeitet, ähnliche lebenslange Persönlichkeits- und Seelensymbole. Im Deutschen ist daneben auch das Wort Lebenskarte gebräuchlich.
Eine Geburtskarte sagt nichts darüber, was geschehen wird oder wie jemand zu sein hat. Sie bietet zwei Bilder an, die du neben dein eigenes Leben halten kannst, und dazu eine einfache Frage: Wo erkenne ich mich darin wieder, und wo nicht?
Die Persönlichkeitskarte
Die Persönlichkeitskarte entsteht aus der Summe deines Geburtsdatums, nur so weit verkleinert, bis sie zwischen 1 und 22 liegt. Meist wird sie als dein Auftreten gelesen: wie du an eine Aufgabe herangehst, was andere zuerst an dir bemerken, welche Stärken du ohne Nachdenken einsetzt – und welche Gewohnheiten diese Stärken übertreiben.
Ist deine Persönlichkeitskarte der Wagen, erkennst du dich vielleicht in einem klaren Willen wieder, der Gegensätze in eine Richtung bringt, und an anstrengenden Tagen in dem Drang, nie anzuhalten. Ist es die Mäßigkeit, vielleicht in der Gabe, zu vermitteln und auszugleichen, und zugleich in der Neigung, Konflikte zu glätten, die eigentlich ausgetragen werden wollen. Beides kann zu verschiedenen Zeiten zutreffen. Die Karte beschreibt ein Gelände, kein Urteil.
Die Seelenkarte
Die Seelenkarte ist die Persönlichkeitszahl, noch einmal auf ihre Quersumme gebracht, bis eine einzige Ziffer von 1 bis 9 bleibt. Mehrere Persönlichkeitskarten teilen sich deshalb eine Seelenkarte: Die 10 und die 19 führen beide zum Magier. Die Seelenkarte gilt darum als die tiefere Strömung, aus der eine ganze Familie von Persönlichkeiten hervorgeht.
Während die Persönlichkeitskarte beschreibt, wie du dich bewegst, steht die Seelenkarte für das, wozu du immer wieder zurückkehrst: die Frage unter deinen Entscheidungen, die Eigenschaft, in der du dich am meisten wie du selbst fühlst. Sie erschließt sich eher über Jahre als über Tage, weshalb viele sie im Tagebuch begleiten, statt sie zu befragen.
Ist deine Persönlichkeitszahl schon einstellig, sind beide Karten dieselbe. Es fehlt dabei nichts. Die Doppelung lässt sich als besonders direkte Verbindung lesen zwischen dem, was du zeigst, und dem, was dich innen bewegt.
So berechnest du deine Geburtskarten
Du brauchst nur dein Geburtsdatum und ein wenig Geduld beim Addieren. Der Rechner oben folgt genau diesen Schritten, der Methode von Mary K. Greer aus „Who Are You in the Tarot?“.
Addiere Tag, Monat und Geburtsjahr als ganze Zahlen. Für den 13. April 1975: 13 + 4 + 1975 = 1992.
Bilde die Quersumme dieser Summe: 1 + 9 + 9 + 2 = 21. Liegt das Ergebnis bei 22 oder darunter, ist es deine Persönlichkeitszahl. Liegt es darüber, bildest du erneut die Quersumme, so oft, bis die Zahl höchstens 22 beträgt.
Für die Seelenzahl bringst du die Persönlichkeitszahl so lange auf ihre Quersumme, bis nur eine Ziffer bleibt: Aus 21 wird 2 + 1 = 3.
Ordne jeder Zahl die Karte der großen Arkana mit derselben Nummer zu. Ergibt die Rechnung genau 22, steht sie für den Narren, die Karte 0 – den einzigen Trumpf, den die Methode als 22 zählt.
13. April 1975 → 13 + 4 + 1975 = 1992 → 21 → Persönlichkeitskarte: Die Welt · Seelenkarte: Die Herrscherin (21 → 3).
1. Januar 1997 → 1 + 1 + 1997 = 1999 → 28 → 10 → Persönlichkeitskarte: Das Rad des Schicksals · Seelenkarte: Der Magier (10 → 1).
Manche Bücher und Rechner addieren stattdessen jede einzelne Ziffer des Datums. Beim 13. April 1975 ergibt das 1 + 3 + 4 + 1 + 9 + 7 + 5 = 30, dann 3 – also die Herrscherin als einzige Karte statt der Welt mit der Herrscherin dahinter. Bei etwa jedem zweiten Datum führen die beiden Wege zu verschiedenen Karten. Der Rechner hier verwendet Greers Summe der ganzen Zahlen. Hast du früher mit der anderen Methode ein anderes Paar bekommen, lies ruhig beide; der Vergleich ist oft aufschlussreich.
Alle 22 Geburtszahlen
Jedes Geburtsdatum führt zu einer dieser Zahlen. Von 10 bis 22 sind Persönlichkeits- und Seelenkarte verschieden, das ergibt dreizehn Paare. Von 1 bis 9 spielt eine einzige Karte beide Rollen.
Eine Besonderheit der Rechnung: Kein Geburtsdatum zwischen 1900 und 2099 ergibt die 1. Der Magier erscheint deshalb nur als Seelenkarte, hinter der 10 und der 19. Die 2 kommt vor, aber selten – nur wenn die Summe genau 2000 beträgt, an 365 Tagen in diesen zwei Jahrhunderten. Häufiger steht die Hohepriesterin als Seelenkarte hinter der 11 und der 20.
Zwei Karten · 10 bis 22
- 10Das Rad des Schicksals · Der Magier
- 11Die Gerechtigkeit · Die Hohepriesterin
- 12Der Gehängte · Die Herrscherin
- 13Der Tod · Der Herrscher
- 14Die Mäßigkeit · Der Hierophant
- 15Der Teufel · Die Liebenden
- 16Der Turm · Der Wagen
- 17Der Stern · Die Kraft
- 18Der Mond · Der Eremit
- 19Die Sonne · Der Magier
- 20Das Gericht · Die Hohepriesterin
- 21Die Welt · Die Herrscherin
- 22Der Narr · Der Herrscher
Mit deinen Geburtskarten arbeiten
Geburtskarten belohnen geduldige Aufmerksamkeit. Ein paar Möglichkeiten, mit ihnen umzugehen:
- Leg beide Karten vor dich hin und schreib zu jeder einen Satz: wo du sie in dieser Woche an dir bemerkt hast und wo nicht.
- Achte darauf, wann deine Persönlichkeitskarte in einer gewöhnlichen Legung auftaucht. Sie kann ein Anlass sein, zu fragen, ob du eine vertraute Stärke gerade überstrapazierst.
- Lies die aufrechte und die umgekehrte Bedeutung deiner Seelenkarte nebeneinander und notiere, welche dir im Moment näher ist. Schlag die Notiz in einem Jahr wieder auf.
- Vergleicht eure Karten mit einer Freundin, einem Freund oder in der Partnerschaft. Gemeinsame Zahlen, oder die Persönlichkeitskarte des einen als Seelenkarte des anderen, geben Stoff für ein gutes Gespräch – nicht für eine Bewertung, wie gut ihr zusammenpasst.
Fühlt sich eine Karte falsch an, ist auch das eine Notiz wert. Die Methode ist eine Linse, kein Etikett, und die ergiebigste Frage, die sie aufwirft, lautet oft: Warum passt dieses Bild gerade nicht zu mir?
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Wie Zahlen die Zahlenkarten und die Trümpfe prägen – die Grammatik, die Geburtskarten sich ausleihen.
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Die großen Arkana als wiederkehrende menschliche Muster – nützlicher Hintergrund für jede Geburtskarte.
Alle 78 Karten, aufrecht und umgekehrt, um dein Paar gründlich zu lesen.


